SPANNENDES SAISONFINALE IN KEMPENICH: DIE MEISTER DES DEUTSCHEN ENDURO CUPS UND POKALS 2026 STEHEN FEST
Ein anspruchsvoller Renntag, packende Duelle und Meisterschaftsentscheidungen bis zum Schluss: Beim Saisonfinale des Deutschen Enduro Cups (DEC) und des Deutschen Enduro Pokals in Kempenich fand die Enduro-Saison 2026 ihren Abschluss.
Rund 150 Teilnehmer waren in die Vulkaneifel gereist, um auf einer abwechslungsreichen Strecke die letzten Meisterschaftspunkte zu sammeln. Der MSC Kempenich e.V. im ADAC hatte dafür erneut eine anspruchsvolle Veranstaltung vorbereitet, bei der neben fahrerischem Können auch Ausdauer, Konzentration und Durchhaltevermögen gefragt waren. In allen Klassen fiel die Entscheidung um den Titel erst beim letzten Rennen der Saison.
55 Kilometer durch die Vulkaneifel
Nach den Titelentscheidungen der Deutschen Enduro-Meisterschaft in der Vorwoche standen in Kempenich die Meisterschaften des Deutschen Enduro Cups und des Deutschen Enduro Pokals im Mittelpunkt. Die Voraussetzungen für ein spannendes Finale waren damit gegeben.
Der MSC Kempenich hatte eine rund 55 Kilometer lange Runde durch die Eifel vorbereitet. Während die Teilnehmer des Deutschen Enduro Cups vier Runden absolvieren mussten, standen für die Starter des Deutschen Enduro Pokals drei Umläufe auf dem Programm. Zwei Sonderprüfungen sorgten dabei für die sportlichen Höhepunkte des Tages.
Der Endurotest in einer bekannten Sandgrube verlangte den Teilnehmern mit zahlreichen Auf- und Abfahrten, Steinfeldern und schnellen Passagen einiges ab. Der unruhige Streckenverlauf erforderte eine präzise Linienwahl, Konzentration und eine gute körperliche Verfassung. Im Cross-Test auf dem bekannten Acker kurz vor Kempenich waren dagegen Geschwindigkeit, die richtige Bremspunktsuche und eine optimale Traktion entscheidend. Hier zeigte sich, wer sein Motorrad auch auf dem schnellen Untergrund bestmöglich unter Kontrolle hatte.
Sturm und Regen stellen den Veranstalter vor Herausforderungen
Am Samstag präsentierte sich die Vulkaneifel noch bei traumhaftem Herbstwetter. In der Nacht auf Sonntag zogen jedoch kräftige Windböen und Regenfälle über die Region. Die Auswirkungen waren auch an den Sonderprüfungen deutlich zu spüren: Zahlreiche Markierungen und Absperrungen waren durch den Sturm in Mitleidenschaft gezogen worden.
Der MSC Kempenich reagierte kurzfristig und verschob den Veranstaltungsbeginn um eine Stunde. So blieb ausreichend Zeit, die Strecke und die Sonderprüfungen zu kontrollieren und notwendige Reparaturen vorzunehmen. Die Entscheidung erwies sich als richtig: Statt um 8 Uhr gingen die ersten Teilnehmer um 9 Uhr auf die Strecke. Pünktlich zum Start ließen die Regenschauer nach und machten einem freundlichen Herbsttag Platz.
Auch die beiden Sonderprüfungen hatten die Regenfälle gut verkraftet und präsentierten sich in einem guten Zustand. Dass die Veranstaltung trotz der schwierigen Wetterlage erfolgreich durchgeführt werden konnte, war vor allem dem engagierten Einsatz des Organisationsteams zu verdanken.
Deutscher Enduro Cup: Janik Koßack krönt seine Saison mit dem Meistertitel
Für besondere Spannung sorgte der Kampf um den Titel in der E1B-Klasse des Deutschen Enduro Cups. Jonathan Petter und Janik Koßack, beide auf Beta unterwegs, lieferten sich über den gesamten Renntag hinweg ein enges Duell. Obwohl Petter stets die Führung behauptete, blieb Koßack in Schlagdistanz. Der Vorsprung bewegte sich den ganzen Tag über in einem Bereich von maximal zehn Sekunden.
Im anspruchsvollen Endurotest fand Jonathan Petter wiederholt die bessere Linie und konnte seinen Vorsprung damit verteidigen. Janik Koßack konterte im schnellen Cross-Test auf dem Acker, wo er mit hohem Tempo und guter Traktion Zeit gutmachte. So blieb das Duell bis zum Schluss spannend, ohne dass Koßack die Führung übernehmen konnte.
Am Ende brachte Jonathan Petter seinen knappen Vorsprung ins Ziel und sicherte sich den Tagessieg in der E1B. Zugleich krönte er seine Saison mit dem Meistertitel in dieser Klasse. Janik Koßack belegte den zweiten Platz und durfte sich dennoch über den Titel im Deutschen Enduro Cup freuen. Nach einem schwierigen Saisonstart hatte er sich von Veranstaltung zu Veranstaltung gesteigert und kontinuierlich wichtige Meisterschaftspunkte gesammelt. Diese Konstanz zahlte sich am Ende aus und machte ihn zum Gesamtsieger des Cups.
Besonders erfreulich war auch die sportliche Atmosphäre zwischen den beiden Kontrahenten. Ihr Duell war über die gesamte Saison hinweg von gegenseitigem Respekt und einem fairen Umgang geprägt. Nach dem Zieleinlauf beglückwünschten sich beide gegenseitig – ein schönes Beispiel für den Zusammenhalt im Endurosport.
Den dritten Platz in der Tageswertung des Deutschen Enduro Cups belegte Christopher Schmidt. Für den KTM-Piloten bedeutete das Ergebnis zugleich den Meistertitel in der E2B-Klasse. Mit konstanten Leistungen hatte Schmidt über die Saison hinweg eine gute Ausgangslage geschaffen und durfte sich in Kempenich über den verdienten Erfolg freuen.
In der E3B-Klasse setzte sich Paul Hempel durch. Der Beta-Pilot auf seiner 300-Kubik-Zweitaktmaschine hatte im Saisonverlauf immer wieder sein Potenzial unter Beweis gestellt und regelmäßig Podiumsplätze erreicht. Zwar lief nicht jede Veranstaltung nach Wunsch, doch am Ende zahlten sich seine Leistungen aus: Hempel krönte seine Saison mit dem Meistertitel in der E3B.
Jannis Schwabe gewinnt den Titel im Nachwuchs
Auch der Enduro-Nachwuchs hatte in Kempenich Grund zum Feiern. Jannis Schwabe aus Thüringen, auf einer Sherco unterwegs, hatte über die gesamte Saison hinweg eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt. Beim Saisonfinale musste er sich in der Tageswertung zwar Maximilian Furth geschlagen geben, der zweite Platz reichte jedoch, um den Meistertitel perfekt zu machen.
Für Schwabe ist es der erste große nationale Titel. Der nächste Schritt ist bereits geplant: 2027 möchte er auf einer 250-Kubik-Sherco in der Juniorenklasse antreten und sich dort mit der Konkurrenz messen.
Sirko Bühnemann und Stefan Müller setzen sich durch
Bei den Senioren stand erneut das Duell zwischen Sirko Bühnemann und Dirk Peter im Mittelpunkt. Bühnemann reiste mit der besseren Ausgangslage nach Kempenich und ließ am Finaltag nichts anbrennen. Mit sechs Bestzeiten in den sechs gefahrenen Sonderprüfungen sicherte er sich den Tagessieg und damit zugleich den Meistertitel in der Seniorenklasse.
Dabei überraschte ihn der Erfolg selbst ein wenig. Der harte Boden in Kempenich gehört nicht unbedingt zu seinen bevorzugten Bedingungen, denn Bühnemann ist vor allem als erfahrener Sand-Spezialist bekannt. Umso größer war die Freude über den gelungenen Saisonabschluss.
Neben dem sportlichen Wettbewerb prägte auch hier ein freundschaftliches Verhältnis das Geschehen. Eine besondere Geschichte schrieb Dirk Peter, der in Kempenich auf einer 125-cm³-KTM-Zweitaktmaschine an den Start ging. Damit kehrte er zu den Wurzeln seiner Enduro-Karriere zurück: Bereits bei seiner ersten Geländefahrt im Jahr 1999 war er auf einem Motorrad mit genau diesem Motortyp unterwegs. Ein schöner Kreis, der sich für ihn in seinem letzten Jahr in der Seniorenklasse schloss.
Auch Thomas Frank sorgte für eine persönliche Rückkehr zu seinen Anfängen. Er ging in Kempenich mit einer Suzuki DR-Z 400 an den Start – jenem Motorradtyp, mit dem er einst seine ersten Erfahrungen im Endurosport gesammelt hatte. In der Seniorenwertung belegte Frank den vierten Platz.
Bei den Super-Senioren setzte Stefan Müller ein Ausrufezeichen. Er gewann sechs von sechs Sonderprüfungen und ließ damit keinen Zweifel an seiner Klasse aufkommen. Der Erfolg hatte für ihn eine besondere Bedeutung: Vor genau 41 Jahren hatte Müller in Kempenich seine Karriere begonnen. Mehr als vier Jahrzehnte später kehrte er an diesen Ort zurück und krönte seine Saison mit dem Titel im Deutschen Super-Senioren-Cup.
Lisa Richter entscheidet die Damenmeisterschaft für sich
Besonders spannend blieb die Meisterschaftsentscheidung bei den Damen bis zum Schluss. Vanessa Danz reiste als Führende nach Kempenich und hatte zunächst die besten Karten. Ihre Teamkollegin Lisa Richter hatte dagegen kaum noch mit dem Titel gerechnet und sich gedanklich bereits mit der Vizemeisterschaft abgefunden.
Doch im Laufe des Renntages fand Richter immer besser in ihren Rhythmus. Sie fühlte sich auf dem Motorrad zunehmend wohl, verbesserte ihre Zeiten kontinuierlich und setzte sich schließlich an die Spitze der Tageswertung. Mit dem Tagessieg sicherte sie sich zugleich den Meistertitel bei den Damen.
Da Richter und Danz am Saisonende punktgleich waren, gaben die erzielten Tagessiege den Ausschlag. Mit zwei Saisonsiegen hatte Richter hier die Nase vorn. Entsprechend groß war die Freude der KTM-Pilotin im Ziel, die ihren Erfolg selbst kaum fassen konnte.
Die Entscheidung unterstrich einmal mehr, wie wichtig es im Endurosport ist, bei jeder Veranstaltung wichtige Punkte zu sammeln und bis zum letzten Rennen konzentriert zu bleiben. Für Richter wurde das Saisonfinale damit zu einem ganz besonderen Erfolg.
Gelungener Abschluss einer abwechslungsreichen Saison
Auch in der Mannschaftswertung des Deutschen Enduro Cups gab es in Kempenich einen Grund zur Freude: Den Tagessieg sicherte sich die Mannschaft des ADAC Hessen-Thüringen e.V.
Mit dem Rennen in Kempenich ging die Saison 2026 des Deutschen Enduro Cups und des Deutschen Enduro Pokals zu Ende. Die Teilnehmer erlebten eine abwechslungsreiche Strecke, zwei anspruchsvolle Sonderprüfungen und einen Renntag, der nach den Wetterkapriolen der Nacht bei besten Bedingungen durchgeführt werden konnte.
Ein besonderer Dank gilt dem MSC Kempenich e.V. im ADAC und allen Helfern, die mit großem Einsatz dafür sorgten, dass die Veranstaltung trotz der schwierigen Ausgangslage erfolgreich über die Bühne ging. Das positive Feedback der Teilnehmer unterstrich die gelungene Organisation und den hohen Stellenwert des traditionsreichen Enduro-Standorts in der Eifel.
Herzlichen Glückwunsch an alle Meister und Platzierten zu ihren Erfolgen. Damit verabschieden sich der Deutsche Enduro Cup und der Deutsche Enduro Pokal in die Winterpause – nach einem spannenden Saisonfinale in der Vulkaneifel.
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